Tradition des Integralen Yoga nach Swami Sivananda und
Swami Vishnu-devananda

Swami Sivananda (1887-1963) war einer der großen Yogameister des 20. Jahrhunderts. In Südindien geboren studierte er Medizin und beschäftigte sich mit Hatha Yoga, Ayurveda und Gesundheitsförderung. Nach seinem Medizinstudium war er zunächst als Arzt erfolgreich in Malaysia tätig.
1923 zog er sich jedoch von weltlichen Ambitionen zurück und kehrte nach Rishikesh in Indien zurück. In Askese konzentrierte er sich dort intensiv auf die Praxis des Yoga, das Studium der alten Schriften und auf Meditation.

1932 gründete er den Sivananda Ashram in Rishikesh und widmete sich der Verbreitung spirituellen Wissens und der Unterweisung in Yoga und Vedanta. Yoga wurde durch ihn in Indien und auch im Westen immer populärer. 1936 gründete er die Divine Live Society und 1948 die Yoga Vedanta Forest Academy. Sivananda veröffentlichte über 200 Bücher und hatte/ hat zahlreiche Schüler in der ganzen Welt über alle konfessionellen Grenzen hinweg.

Swami Sivananda lebte und lehrte einen ganzheitlichen/ integralen Yoga:

Unter integralem Yoga versteht man eine Kombination von Techniken aus verschiedenen Yoga Wegen: HathaYoga (Asanas, Pranayama, Entspannung und gesunde Ernährung), Kundalini Yoga (Entwicklung des Pranas/Lebensenergie), Entwicklung der Gefühle mittels Bakti Yoga (Mantras, Rezitationen) und Karma Yoga (Integration von Yoga im Alltag). Übungen aus dem RajaYoga(Konzentration und  Meditation) dienen der Schulung des Geistes und JnanaYoga als Yoga des Wissens(Studiun der philosophischen Schriften) hilft der Entwicklung von Intellekt und Intuition.

Swami Sivananda lehrte die Asanas in einer bestimmten Reihenfolge, die später als die“ Rishikesh Reihe“ bezeichnet wurde, und heute noch gelehrt wird.
Zu seinen wichtigsten indischen Schülern, die den HathaYoga im Westen verbreiteten, gehören unter anderem Swami Vishnu-devananda.

Swami Vishnu-devananda

Swami Vishnu-devananda (1927-1993) trat in den Sivananda Ashram ein und entwickelte eine besondere Liebe für den Hatha Yoga. Zeitweise übte er mehrere Stunden täglich Asanas und bis zu 12 Stunden Pranayama am Tag. Er lehrte neben den klassischen asanas der “Rishikesh Reihe“ auch fortgeschrittene Pranayama-Techniken, Mudras, Bandhas und Kriyas (Reinigungspraktiken).
1957 wurde er in den Westen gesandt und verbreitete die “Rishikesh-Reihe auf der ganzen Welt. Er gründete viele Sivananda Zentren in Kananda, Amerika und Europa.

Klassische Yoga Schriften

Die wichtigste klassische Schrift des Hatha Yoga ist die Hatha Yoga Pradipika.
Erstmals niedergeschrieben wurde sie im 17. Jahrhundert aus uralten Quellen von Swatmarana. Wörtlich übersetzt bedeutet der Titel „Leuchte des Hatha Yoga“
Sie beschreibt Ausführung und Wirkung der Hauptpraktiken des Hatha Yoga: Yanas, Niyamas, Kriyas, Pranayama, Bandahas, Mudras, Pratyahara, Dharana, Dhyana, Samadhi.
Weitere wichtige Schriften sind die Bhagavad Gita und die Yoga Sutras von Pantanjali, die zwischen 600 v.-200 n. Christi entstanden sind.

Zum Weiterlesen sind hier viele Bücher zu empfehlen, die sich mit diesen klassischen Schriften beschäftigen und deren Grundlagentexte interpretieren.

WIRKUNGEN VON YOGA

Yoga wirkt auf Körper, Geist und Seele.
Ein Hauptanliegen ist die Gesunderhaltung und Energetisierung des Körpers.
Der Körper wird beweglicher, Muskelstärke wird aufgebaut, die bessere Durchblutung der inneren
Organe bewirkt eine Aktivierung der eigenen Heilkräfte. Die Lebensenergie (Prana) kommt ins Fließen. 

Bewußte Wahrnehmung des eigenen Körpers, Entspannungstechniken und Übungen zur Konzentration
und Meditation führen zu geistiger Stärke und Ruhe.
Regelmäßiges Praktizieren führt darüber hinaus auch zu Stressabbau und mehr Lebensfreude und Gelassenheit im Alltag.

Bereits in alten schriftlichen Überlieferungen des Yoga Systems, den Yoga Sutras von Pantanjali, die in dem Zeitraum 600 v. - 200 n.Chr. entstanden sind, wird Yoga definiert:


                              "Yogas citta-vritti-nirodah"
         Yoga ist das "zur Ruhe-Bringen der Gedanken im Geist".



YOGA IM SPIEGEL DER WISSENSCHAFT UNSERER ZEIT

In den letzten Jahrzehnten wurden weltweit zahlreiche klinische Studien über Yoga und Meditation durchgeführt. Hierbei konnte immer wieder nachgewiesen werden, dass  sowohl Integraler Yoga
wie auch die Meditationstechniken sich sehr positiv auf die körpereigenen Regenerationsprozesse
sowie auf die Psyche des Menschen auswirken.

Die harmonisierende Wirkung von Yoga, Meditation und Tiefenentspannung ist in wissenschaftlichen Studien belegt. Ein Hauptphänomen unserer Zeit  ist Stress, der zu muskulären Verspannungen, psychischen Problemen und damit auch zu vielen gesundheitlichen Beeinträchtigungen bis hin zu Krankheiten führt.
Dies kann über die bewußte achtsame Yogapraxis in Verbindung mit achtsam ausgeführten Atemtechniken, gemildert oder ganz vermieden werden. Gerade in der Medizin und
Neurobiologie werden diese Techniken immer mehr enpfohlen und auch von vielen Krankenkassen
als Präventivmaßnahmen bezuschusst.

Regelmäßige Yogapraxis und Meditation, die bereits in den alten klassischen indischen Texten von
den Weisen beschrieben wurden, finden nun bedingt durch die wissenschaftliche Erforschung
auch immer mehr Anerkennung in unserer hochtechnisierten Welt des 21.Jahrhunderts.
Dieses alte Wissen wird heute in vielfältigen Meditationsarten, Yoga Stilen und diversen Entspannungskursen immer wieder variabel neu “entdeckt“ und zu neuen Übungsabfolgen zusammengestellt. Dabei sollte man nie vergessen, dass alles auf die alten Wurzeln der indischen Quellentexte zurückzuverfolgen ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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